Ellerburg       10.02.18    

Die Ellerburg ist ein ehemaliges Wasserschloss in der Ortschaft Fiestel der Stadt Espelkamp und wurde erstmals 1272 urkundlich erwähnt.
Als Wasserburg war sie von einer Gräfte umgeben und wurde auf Pfählen aus Erlen und Eichen erbaut.
Die Schlossanlage liegt östlich der Großen Aue und nördlich des Mittellandkanals am Übergang der Alsweder Niederung zur Rahdener Geest und ist 4 Hektar groß.
Der Begriff Ellerburg stammt vom Namen des Baumes Eller (=Erle) ab.  

Geschichte

Im Jahr 1475 etwa zogen Soldaten des Osnabrücker Bischofs vor die Ellerburg.
Damaliger Eigentümer war Hardecke von Münch. Im Jahr 1510 wurde das Gut unter den beiden Söhnen aufgeteilt. Neben der Ellerburg handelte es sich um das benachbarte Schloss Benkhausen.
Während des Dreißigjährigen Krieges nahmen 1633 kaiserliche Truppen die strategisch wichtige Burg am Aue Übergang ein. Kaiserliche und schwedische Trupen standen sich 1633 in einem Gefecht um die Burg gegenüber. Ihnen folgten die Schweden. Die rückten erst 1650 wieder ab.
Nach langen Streit gelangte die Ellerburg in weiblicher Folge an die Familie von Ripperda. Die Familie breitete sich über das östliche Holland und das Emsland bis ins Bistum Minden (Ellerburg) aus. Dies gelang nicht zuletzt durch gezieltes Heiraten. Der preußische Offizier Friedrich Wilhelm Freiherr von Ripperda ließ um 1795 die Gebäude neu erbauen. Zeitweise war er in der Festung Minden stationiert.
In der Nähe der Ellerburg befand sich auch für eine bestimmte Zeit ein Spielkasino. 
Schlecht verwaltet war das Gut Ellerburg. Es  warf wenig ab und der Konkurs drohte, da die zahlreichen Gläubiger energisch auf die Zinszahlung bestanden. Der arg verschuldete Hauptmann August von Ripperda wurde im Juni 1822 zur Zahlung verurteilt. Da er nicht zahlte, wurde für den 18.12.1824  der erste Verkaufstermin angesetzt. Erst beim dritten Verkaufstermin 10.10.1825 erwarb der Kaufmann Russel für den Regierungspräsidenten Freiherr von der Horst für 51.000 Thaler das Gut Ellerburg. Am 23.12.1825 wurde August Friedrich Carl Hermann dem Freiherr von der Horst die Ellerburg übertragen.
Der in Danzig lebende Bruder Major Friedrich von Rippperda fochte jedoch den Kauf an, da er rechtmäßiger Besitzer gewesen sei und nicht sein Bruder August, der die immensen Schulden gemacht habe. Nach einem langwierigen Prozess bekam der Major vor dem Oberlandesgericht Paderborn Recht, die Kaufsumme musste noch einmal gezahlt werden. Unter diesen Umständen hatten es die noch nicht abgelösten Bauern besonders schwer.
Durch den Vertrag vom 08. März 1841 wurde das Gut seinem Sohn, dem Landrat des Kreises Lübbecke, Adolpf August Ernst Ludwig Freiherr von der Horst übertragen.
Er übte das Amt des Landrats des Kreises Lübbecke von 1838 bis 1870 vorwiegend von der Ellerburg aus, wohnte ab 1840 jedoch auf Hollwinkel.
Als die Gräfte im Zuge des Aue-Ausbaus trocken gelegt wurde und Luft an die Holzpfähle kam, begann das Holz zu verrotten.
Die letzten Bewohner zogen in den 1980 er Jahren aus der Burg aus.
Im September 2004 musste die Stadt Espelkamp diese Immobilie kaufen, denn die Eigentümerfamilie von der Horst hatte ein Enteignungsverfahren gegen sich selbst beantragt.
In den folgenden Jahren scheiterten mehrere Anläufe, die immer mehr verfallene Ellerburg zu sanieren.