Fürstentum Minden                      

     10.02.2018

Das Fürstentum Minden war ein weltliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches. Es entstand 1648 in Nachfolge des Hochstifts Minden, gehörte zum Niederreinisch - Westfälischen Reichskreis und war bis zum Ende seines Bestehens 1807 in brandenburgisch - preußischen Besitz. Ab 1719 wurde es gemeinsam mit der angrenzenden Grafschaft Ravensberg in der preußischen Verwaltungseinheit Minden - Ravensberg verwaltet.

Heutige Zugehörigkeit

Das Territorium des ehemaligen Fürstentums Minden gehört heute zum Regierungsbezig Detmold (Ostwestfalen Lippe) im Bundesland Nordrhein - Westfalen und verteilt sich auf die Kreise Minden - Lübbecke und Herford.

In Minden-Lübbecke lag das Gebiet der meisten heutigen Kommunen vollständig im Herrschaftsbereich des Fürstentums, von Preußisch Oldendorf nur die Stadtteile Hedem und Lashorst, von Bad Oeynhausen nur der nördlich der Werre gelegene Teil. Damit ist das Territorium zum Großteil kongruent mit dem heutigen Kreis Minden-Lübbecke. Genannter Kreis steht aber nicht in direkter Tradition zum Fürstentum Minden.

Geschichte

Das Fürstentum entstand 1648, als gemäß den Bestimmungen des Westfälischen Friedens das lutherische Hochstift Minden säkularisiert und unter die Herrschaft des Kurfürstentums Brandenburg gestellt wurde, um jenes für den Verlust Vorpommerns zu entschädigen.
Die eingesetzte Regierung saß zunächst in Petershagen, ab 1650 vorübergehend und ab 1669 dauerhaft in Minden. Von hier aus wurden ab 1719 das Fürstentum Minden und die Grafschaft Ravensberg zusammen verwaltet (Minden - Ravensberg).
1807 wurde das Territorium von Napoleon I. dem Königreich Westphalen zugeschlagen was sein Ende der Gebietseinheit darstellte. Im Königreich Westphalen repräsentierte das ehemalige Fürstentum in etwa den Distrikt Minden im Department der Weser. 1810 fiel der Teil links der Weser und nördlich der Werre unmittelbar an das Kaiserreich Frankreich (als Distrikt Minden im Department der Oberen Ems). Der westlich der Weser gelegene Teil (ganz oder teilweise u.a. die Kantone Windheim und Hausberge) fielen an den Distrikt Rinteln und mit ihm an das weiterhin westfälische Department der Leine.
Bei der Neugliederung des preußischen Staatsgebietes 1815 wurde das Fürstentum nicht wiederhergestellt, der Titel des Fürsten zu Minden blieb jedoch im Großen Titel der preußischen Herrscher erhalten. Das Gebiet wurde Teil des Regierungsbezirks Minden in der Provinz Westfalen und auf die Kreise Minden, Rahden, Bünde und Herford verteilt.

Fürstentum Minden 1801