Hüffe wird erstmals urkundlich im Jahre 1231 genannt !!    10.02.18         

Schloss Hüffe ist ein Wasserschloss in der Ortschaft Lashorst der Stadt Pr. Oldendorf im Kreis Minden - Lübbecke. Die Schlossanlage liegt südlich des Mittellandkanals und ist rund 7,5 ha groß.  
Emelricus von Hüffe hatte 1231 einen Bauernhof. Um 1300  belehnt der Bischof Ludolf von Minden den Ritter Heinrich von Aspelkamp mit dem Zehnten von Hüffe.
Der Zehnte war eine von Karl dem Großen in Sachsen im Jahre 782 eingeführte Abgabe auf Feldfrüchte und Vieh zugunsten der neugegründeten Bistümer in Sachsen. Später wurde der Zehnte ein Handels- und Lehnsobjekt.
Es existierte im 13.Jahrhundert ein Dienstmannsgeschlecht "von Hüffe" das seine Herkunft offensichtlich von dem Ortsnamen "Hüffe" ableitete und hier auch wohnte. Familien wie die "von Hüffe" waren aus dem Stand unfreier Bauern als bischöfliche oder gräfliche Ministeriale und Gefolgsleute aufgestiegen. Sie waren also noch einem Bistum oder einem hochadeligen Grundherrn leibeigen, hatten jedoch eine herausgehobene Position. Aus diesem Stand ursprünglich leibeigener Dienstmänner hat sich der niedere Adel und die Ritterschaft entwickelt. Sie wohnten also insbesondere im 13. und 14. Jahrhundert auf einem Bauernhof und nicht etwa auf schlossartigen Sitzen, wie sie ab dem 16. Jahrhundert entstanden. Zu der Bauernschaft gehörten wahrscheinlich mehrere Bauernhöfe. Das Rittergut Hüffe bestand zu dieser Zeit noch nicht. Es ist erst ab 1520 entstanden.
Eindeutig ist aus den Quellen zu ersehen, dass die Familie von Hüffe zu den Vasallen der Grafen von Tecklenburg gehörte, die insbesondere im Kirchenspiel stark begütert waren. Wahrscheinlich saß die Familie von Hüffe ursprünglich auf einem  den Grafen von Tecklenburg gehörenden Hof in Hüffe.
In einer Urkunde um 1240 bis 1250 wird ein H. von Hüffe als Dienstmann und Vasall des Grafen Otto I.  von Tecklenburg erwähnt, der die Besitzungen in Destel für das Kloster Levern beschützen soltte. Das Kloster Levern war 1227 von dem Mindener Bischof Konrad von Rüdenberg gegründet worden.
1350 wurde Dietrich von Dornheim mit dem Hof des Hermann in Hüffe belehnt. Mit "Hermann" war wohl der leibeigene Bauer gemeint, der zu dieser Zeit in Hüffe den Hof bewirtschaftete.

Die adlige Famile Aspelkamp stammte wahrscheinlich aus Espelkamp und hat dort einen Wohnsitz gehabt. Im Jahr 1300 war der Ritter Heinrich von Aspelkamp mit dem Zehnten von Hüffe und Hedem im Kirchspiel Alswede vom Bistum Minden belehnt worden. 1420 verkaufte die Familie ihren Zehnten an Bernd Teckenborg, genannt Mohlenbrock.                                                                                                                   
Die Familie Teckenborg ist schon seit dem 14. Jahrhundert im Bistum Minden in Lehnsdienst der Bischöfe bezeugt. 1399 und 1410 waren Familienmitglieder auch Burgmänner der Herzöge von Jülich und Berg, Graven von Ravensberg. Schließlich verkaufte Bernd Teckenborg, genannt Mohlenbrock, im Dezember 1441 den Zehnten zu Hüffe an Ernst von Schloen, genant Gehle, der 1440 mit der Burg Hollwinkel und weiteren Gütern belehnt worden war.

1440 kaufte Ernst von Schloen, genannt Gehle, den Zehnten von Hüffe und die Hüffer Mühle von Bernd Teckenborg genannt Molenbrock. Von großer Wichtigkeit war jedoch, dass Bischof Albert von Minden im Jahre 1440 Ernst von Schloen, genannt Gehle, auch "mit dem Hof tor Hüffe" belehnt hatte, worunter lediglich ein dem Bistum Minden gehörender Bauernhof und kein adliger Rittersitz zu verstehen ist. Der gesamte bischhöfliche Lehnsbesitz des Bistums Minden in und um Hüffe und in Hedem war also vermutlich in die Hände der Familie Schloen, genannt Gehle, übergegangen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Ernst von Schloen auf dem Hof zu Hüffe gewohnt und aus ihm einen Rittersitz entwickelt hat, auch wenn Carl Stüve ihm im Jahre 1456 als dort wohnend erwähnt. 
Einen Hof hat es gegeben, denn noch im Jahre 1462 wurde Reineke von Schloen, genannt Tribbe, zu Fiegenburg von der Grafschaft Tecklenburg mit 2 Höfen zu Halen bei Lübbecke, mit des Hanen Hof im Kirchspiel Alswede und dem Hof "Hof tor Huffe" belehnt. Zu dieser Zeit existierte die Familie Hüffe wahrscheinlich schon lange nicht mehr.
Über die Entstehung des Rittergutes Hüffe gibt es bisher keine näheren Nachrichten. Wie bei den meisten Rittergütern im Minden - Lübbecker Land wird auch Hüffe sich aus einem Bauernhof entwickelt haben. In vielen Fällen sind nämlich die Rittergüter und adligen Sitze im Lübbecker Land von ursprünglich unfreien Ministerialen im Dienst der Bischöfe und Landesherren gegründet worden. Nach und nach gelang es diesen  sich durch ihre oft unentbehrlichen Dienste weitere Rechte und die Erblichkeit ihrer Lehnen in der eigenen Familie zu erwerben. Dies war die Grundlage für die Entwicklung ihrer zunächst bäuerlichen Wohnsitze zu adligen Rittergütern und burgähnlichen Anlagen ab dem 14. Jahrhundert.
Besonders die Familie Schloen, genannt Gehle, auf den Gütern Hollwinkel und Hüffe hat im 15. und 16. Jahrhundert für eine starke Bevölkerungsvermehrung gesorgt. Als Inhaber und Besitzer der Holzgrafschaft in der Hedemer Mark legten sie in der allgemeinen Mark Zuschläge an und sonderten Grundstücke aus, die den Markgenossen dann nicht mehr zu den typischen Marknutzungen wie Viehbetrieb, Schweinemast, usw. zur Verfügung standen. Auf den ausgesonderten Flächen wurden neue Markkotten errichtet und auf diesen z. B. nicht erbende Söhne eigenbehörigen Bauern angesiedelt. Auf dieser Weise wurde die Abwanderung von Eigenbehörigen in die Städte verhindert und gleichzeitig die Zahl  der Eigenbehörigen und auch der Abgaben und der Dienste der Familie von Schloen merklich erhöht.

Die Entstehung des Rittergutes Hüffe           

Aus der Ehe des Johann von Schloen, genannt Gehle, des älteren waren 3 Söhne - Johann der Jüngere, Ernst und Kurt hervorgegangen. Johann von Schloen, genannt Gehle, der Ältere hatte den Plan, jedem seiner 3 Söhne einen adeligen Rittersitz zu hinterlassen. Diese Vorgänge ergeben sich aus dem nach seinem Tode durch seine Söhne abgeschlossenen Erbteilungsvertrag 1529 und späteren Erbschaftsprozessen vor dem Reichskammergericht um den Besitz des Rittergutes Hüffe. Schon frühzeitig muss er sich mit diesen Überlegungen befasst haben. Die Schwäche der Landesherrschaft des Mindener Bischofs und die Grenzlage zur Grafschaft Ravensberg, in der er viele Bauernhöfe besaß, ließ ihn auch zu Kontakte zum Herzog von Jülich und Berg, Graven von Ravensberg, denken. Diesem waren einflussreiche und mächtige Adelige im Westen des Bistums Minden als Verbündete sehr willkommen. Hier versuchten nämlich seine Amtsleute auf der ravensbergischen Burg Limberg, die Landeshoheit insbesondere auch über das Kirchspiel Holzhausen auszudehnen.
Johann von Schloen, genannt Gehle, der Ältere besaß einen Bauernhof, der nach dem Erbteilungsvertrag von 1529 als "Syben Hoff" bezeichnet wurde. Dies kann der mindische "Hof tor Huffe", mit dem erstmalig sein Vater Ernst von Schloen, genannt Gehle, von dem Mindener Bischof Albert von Hoya im Jahre 1440 belehnt worden war, als altes mindisches  Lehen gewesen sein. Er und sein Sohn Johann der Jüngere faßten den Plan, diesen Hof in einen adligen Sitz umzuwandeln, wie dies auch mit einem Bauernhof in Holzhausen,an seinen Bruder Ernst geschehen war. Natürlich saß auf diesem Hof ein eigengehöriger Bauer, der den Hof und seine Ländereien bewirtschaftete und desen Rechte beachtet werden mussten. Dieser "Meyer" nun wurde 1520 durch Johann von Schloen, genannt Gehle den Jüngeren, wie es in den Quellen heißt, abgefunden und so seines Hofes entsetzt. Auf diesem Hof wurde dann ein adliger Sitz errichtet, den nunmehr Johann von Schloen, genannt Gehle, der Jüngere als Wohnsitz erhielt. Nach wie vor handelte es sich jedoch vermutlich um ein mindisches Lehen, dessen Lehnseigenschaft aber offenbar in Vergessenheit geraten war.

1524 übergab ihm Herzog Johann III. von Jülich und Berg, Graf von Ravensberg, in unmittelbarer Nähe auf ravensbergischem Gebiet verschiedene Ländereien. Auf diesem Gelände wurde das Haus Hüffe von Johann von Schloen, genannt Gehle, völlig neu erbaut. Vermutlich wollte er die Lehnsabhängigkeit des neuen Rittersitzes vom Bistum Minden vermeiden, der bei dem Hof zu hüffe von 1440 auf die männliche Linie der Familie beschränkt war. So konnte es passieren, dass die Grenze zwischen beiden Territorien quer über das heutige Gut Hüffe ging. Der adelige Sitz auf dem Syben Hoff" wurde also aufgegeben und abgetragen, da auf der heute noch als "Sieben Hüffe" bezeichneten Fläche schon im 17. Jahrhundert kein Bauernhof oder andere Gebäude mehr nachzuweisen sind. 

Kirchlich gehörte das Rittergut Hüffe zum Kirchspiel Oldendorf in der Grafschaft Ravensberg, während das angrenzende Lashorst im Kirchspiel Alswede im Fürstbistum Minden lag.
Der politische Grenzverlauf hatte sich aus den Auseinandersetzungen des Mittelalters zwischen der Grafschaft Ravensberg und dem Bistum Minden um die Abgrenzung  des Landesherrschaft entwickelt. Im Jahr 1542 wurde durch ein Grenzvertrag das Territorium abgesteckt und durch neue Grenzsteine markiert, wodurch die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte festgeschrieben wurde.
Auch alle späteren Zeugenaussagen der Eigengehörigen von Hüffe und die Mühle um 1580 ließen keine Zweifel daran, dass alle im Jahre 1529 dem Rittergut Hüffe zugeordneten Eigengehörigen früher zum Rittergut Hollwinkel gehört hatten. Erst ab 1520, als Johann von Schloen, gennat Gehle, der Ältere mit seinem Sohn Johann dem Jüngeren den "Syben Hoff" zu einem adligen Gut umwandelte, wurden diese Eigengehörigen von Hollwinkel gelöst und Hüffe zugeordnet. Klar wurde von den Zeugen auch gesagt, dass der Hof zur Hüffe ursprünglich ein Bauernsitz des Hauses Hollwinkel gewesen war.
Durch den Erbvertrag von 1529 waren also die Besitzungen des Rittergutes Hollwinkel im Rahmen der Erbteilung neben Holwinkel auf 2 Rittergüter, nämlich Hüffe und Holzhausen erbrechtlich verteilt worden.

Franz II. von Waldeck (1531 - 1551) Administrator von Minden und Bischof von Münster und Osnabrück. Er belehnte im Jahre 1548 Ludeke Ledebur zu Hüffe in Vertretung seiner Frau Lukretia von Schlon, genant Gehle, mit den Mindener Mannlehngütern, nämlich mit dem Zehnten zu Hüffe und der Wassermühle daselbst sowie den dazugehörigen Gütern. Diese Belehnung war der Beginn des über 100 Jahre währenden Erbschaftsstreites zwischen den Gütern Hüffe und Hollwinkel.
                                                

Trotzdem brach nun doch ein Erbschaftsstreit in der Familie aus. Gegen diese Belehnung erhoben nämlich Ernst von Schloen, genannt Gehle, zu Holzhausen und Kurt von Schloen, genannt Gehle zu Hollwinkel. Beide waren der Meinung, da es sich um Mannlehnen handele, konnten nur sie, jedoch nicht Ludeka Ledebur anstatt seiner Frau belehnt werden. Sie argumentierten, dass Ludeke Ledebur seine guten Beziehungen als Hofrat am bischöflichen Hofe ausgenutzt und in Minden die Belehnung erhalten habe. Es brach ein Erbschaftsstreit aus. Ludeke Ledebur starb und mit seiner Frau hatte er keine Kinder und so wurde die Situation noch komplizierter. Sie heierate wieder und ihr Ehemann war Cristoph Wrisberg dem nun Hüffe gehörte. Mit dem Einzug des mächtigen Kriegsobristen war es mit der beschaulichen Ruhe des adligen Landlebens auf dem Rittergut Hüffe vorbei. Er war ein bedeutender norddeutscher Söldnerführer, der dem Kaiser in Feldzügen gegen die Türkei gedient, jedoch auf wechselnden Froten tätig und insbesondere im Schmalkalischen Krieg zu großer Macht gelangt war. 1547 gehörten er und sein Waffengefährte Herbert von Langen zu Crollage zu den kaiserlichen Befehlshabern, vor denen die Vertreter der schmalkaldischen Bundesstadt Minden in Dützen fußfällig kapitulieren und um Gnade bitten mussten. 1547 erhielt Wrisberg den Oberbefehl über das kaiserliche Herr in Norddeutschland. So ist es nicht verwunderlich, dass der neue Gutsherr den Rittersitz Hüffe im Jahre 1556 befestigen ließ.
1558 wurden die Nachkommen von Hollwinkel und Holzhausen  vom Bischof Georg von Braunschweig Lüneburg in Minden mit dem Zehnten in Hüffe belehnt und nicht Wrisberg.

Landfriedensbrüchiger Überfall und Plünderung des Hauses Hüffe        

Am 17. September 1559 überfiel Ernst von Schloen, genannt Gehle , zu Hollwinkel, Johann von Schloen, genannt Gehle, zu Holzhausen und andere Adelige in Abwesenheit von Cristoph von Wrisberg das Haus Hüffe. Obwohl seine Frau da war, wurden ihn Schmuck, Kleider, Tafelgeschirr und auch Pferde im Gesamtwert von 1987 Taler und 3434 Loth Silber entwendet. Christoph von Wrisberg verklage nun diese Adligen , seine angeheirateten Verwandten, vor dem Reichskammergericht in Speyer wegen Landfriedensbruchs.
1580 verkaufte Wrisberg und seine Frau das Haus Hüffe und den Hof zu Lübbecke an den Drosten zu Lingen Ernst Mulert für 36.000 Reichstaler. Diese Nachricht muss wie eine Bombe bei der Familie Schloen, genannt Gehle, in Hollwinkel  eingeschlagen sein, denn ihrer Ansicht nach waren auch die Lehngüter des Bistums Minden verkauft worden. Ernst von Schloen, genannt Gehle, zu Hollwinkel klagte vor dem Mindener Lehnsgericht und vor dem Reichskammergericht in Speyer gegeg Wrisberg wegen den Verkauf von Hüffe an den Drosten Ernst Mulert. Mehrere Jahre tobte ein Streit. 1580 starb Wrisberg mit 69 Jahren.
Im Verlauf der weiteren Auseinandersetzungen ließ Bischof Hermann von Schaumburg dem neuen Besitzer Ernst Muhlert das Vieh des Rittergutes Hüffe aus der Hedemer Mark wegtreiben, worüber es neue Auseinandersetzungen gab. Gegen Bischof Hermann wurde daher ein kaiserliches Mandat erlassen, und der Bischof musste den Drosten Ernst Mulert versprechen, dem kaiserlichen Mandat zu gehorchen und das Vieh zurückzugeben.
Nach dem Tod Wrisbergs, der widrigen Gesamtumstände und nach Zahlungsschwierigkeiten hatte Mulert wohl 1590 den Kauf von Hüffe rückgängig gemacht. Im Jahr 1593 ist Lukretia von Schloen, genannt Gehle, nämlich wieder in Hüffe bezeugt und wird als Gutsherrin bezeichnet, als Kurt Bartling zu Hüffe nach seiner Inhaftierung wegen Verletzung des 7. Gebotes gegenüber seiner Gutsherrin Urfehde, d. h. ein Friedensgelöbnis, schwören musste.
Hüffe  wird 1593 an den Drosten Phillip Wilhelm von Cornberg verkauft. Er war der Sohn des hessischen Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen - Kassel und hatte daher gute Verbindungen und Kontakte  nach Hessen. Auch bei diesem Verkauf gab es Auseinandersetzungen zwischen den feindlichen Parteien.  Es kam zum Prozess vor dem Reichskammergericht Speyer. 1594 wurde Hüffe endgültig verkauft.
1601 kam es zwischen den Häusern Hollwinkel und Hüffe wieder zum Reichskammergerichtsprozess.

Militärische Verwicklungen zwischen Minden und Hessen wegen Hüffe                      

Kurt Plato von Schloen, genannt Gehle, war der Sohn und Erbe von Ernst von Schloen, zu Hollwinkel. Er war militärischer Befehlshaber in braunschweigerischen und spanischen Diensten gewesen und ein im Kriegswesen erfahrener Mann. Er erkannte den Verkauf von Hüffe nicht an und sah wie sein Vater Ernst in dem Gut ein minidisches Mannlehen der Familie von Schloen, genannt Gehle. Um seinen Besitzanspruch durchzusetzen, überfiel er im Mai 1601 im Einverständnis mit dem Mindener Bischof Christian Braunschweig wohl unter dessen Beteiligung mit militärischer Gewalt das Gut Hüffe. Unter dem Gebrauch von Feuerwaffen wurde das Gut seiner Wertgegenstände beraubt und der dort weilende Diener Gert Wechter gefangen weggeführt.
Dies war nun keine isolierte Angelegenheit mehr, denn es war der hessische Finanzminister Phillip Wilhelm von Cornberg überfallen worden. Nun besetzte der Rittmeister Burchard von Pappenheim mit hessischen Soldaten Hüffe und errichtete dort Verschanzungen, nach Mindener Angabe angeblich im Gebiet des Bistums Minden, in Wirklichkeit jedoch auf dem Gebiet der Grafschaft Ravensberg. Phillip Wilhelm von Cornberg hatte also Unterstützung in Hessen gefunden, und im Juli wurden Verhandlungen zur Beilegung der Streitigkeiten zwischen beiden Territorien ohne Ergebnis geführt. Die Streitigkeiten zwischen dem Bistum Minden und der Landgrafschaft Hessen nahmen nun ernste Ausmaße an. Der kriegsberühmte Graf Eberhard von Solms stand am 13. Mai 1602 im Begriff, mit 1400 Mann hessischer Soldaten durch die Grafschaft Lippe in das Fürstentum Minden zu ziehen, um Phillip Wilhelm von Cornberg zu Hüffe zu Hilfe zu kommen. Dies rief natürlich auch Graf Simon VI. zur Lippe als Obersten des Westfälischen Reichskreises auf den Plan. Kurt Plato von Schloen gab jedoch keine Ruhe. Für ihn war am 18. Mai 1602 am Hof in Prag ein günstiges kaiserliches Mandat ausgesprochen worden. Hüffe wurde ihm zugesprochen. Nach Erhalt dieses Mandats ließ er am 7. Juli 1602 nachts im Dorf Hedem die Dorfglocke läuten und rückte mit etlichen Soldaten vor Hüffe, wohl mit der Unterstützung des Mindener Bischofs Christian von Braunschweig-Lüneburg.  Seine eigenhörigen Bauern aus Hedem mussten diesem Signal folgen.  Das vorderste Tor des Rittergutes Hüffe wurde eingeschlagen und das Gut in der Nacht gestürmt, Brand gelegt, und die dort weilenden fürstlich-hessischen Gesandten wurden bedrängt. Es war eine schwierige Situation entstanden, und es drohte ein offener militärischer Konflikt zwischen dem Bistum Minden und der Landgrafschaft Hessen. Der Bischof befürchtete eine militärische hessische Exekution durch Graf Eberhard von Solms. Er wandte sich an den Landgrafen Moritz von Hessen, um die drohende Auseinandersetzung zu verhindern und rief auch Graf Simon VI. zur Lippe als Obersten des Westfälischen Reichskreises zur Verhinderung eines Landesfriedensbruches an. Graf Simon VI. warnte jedoch den Bischof davor, durch das Aufgebot seiner Landmiliz die geschaffenen Befestigungen von Hüffe zu zerstören. Bischof Christian musste daraufhin nachgeben. Graf Simon VI. zur Lippe bemühte sich um eine Vermittlung um die Streitigkeiten wieder von der militärischen Exekution zwischen Hessen und Minden auf den Prozessverlauf des Reichskammergerichts zurückzuführen, was ihm auch gelang.
Der juristische Streit zwischen beiden Rittergütern schien sich ohne Ende weiter fortzusetzen. Am 11. Mai 1604 erging am Hof in Prag ein kaiserliches Mandat, mit dem die Ansprüche von Kurt Plato von Schloen zu Hollwinkel auf das Rittergut Hüffe zurückgewiesen wurden. Das zu seinem Gunsten am 18.05.1602 erlassene kaiserliche Mandat wurde kassiert und annulliert. Phillip Wilhelm  von Cornberg wurde in seine Rechte wieder eingesetzt und ihm das Gut Hüffe zugesprochen. Kurt Plato von Schloen, genannt Gehle, zu Hollwinkel wurde bei Gefahr der kaiserlichen Ungnade befohlen, die bei seinem Überfall auf Hüffe, der in der Urkunde als Landfriedensbruch und Invasion bezeichnet wurde, entwendeten Mobilien und Wertgegenstände zu ersetzen und Phillip Wilhelm von Cornberg wieder in den vollkommenen Besitz aller Rechte einzusetzen, wie es vor dem Überfall der Fall gewesen war. Kurt Plato von Schloen, musste nunmehr den Überfall im Gefängnis büßen. Damit waren die Ansprüche von Kurt Plato von Schloen  und des Mindener Bischofs Christian von Braunschweig-Lüneburg und seiner Vorgänger, die auf der Annahme beruhten, Hüffe sei auf mindischen Lehngrund erbaut und als Mannlehen würde es den männlichen Mitgliedern der Familie von Schloen, genannt Gehle, zu Hollwinkel zustehen, für immer abgewiesen worden. Entscheidend dabei war, und dies hatte  oder wollte die Mindener Seite nicht berücksichtigen, dass Johann von Schloen, genannt Gehle, der Jüngere mit seinem Vater 1520 den vermutlichen mindischen Lehnhof "Syben Hoff" auf Grund  des Bistums Minden in ein adliges Gut, das spätere Rittergut Hüffe umgewandelt und auf diesen Hof sitzenden Bauern per Vertrag entschädigt hatte. Nur einige Jahre später im Jahre 1524 erhielt Johann von Schloen, dann von Herzog Johan III. von Jülich und Grafen von Ravensberg Ländereien westlich der "Sieben Hüffe" auf dem Gebiet der Grafschaft Ravensberg  zugewiesen. Hier wurde dann das Haus Hüffe völlig neu erbaut und es lag nunmehr in der Grafschaft Ravensberg. Obwohl die ursprünglichen Kontrahenten im Streit zwischen den Rittergütern bereits verstorben waren, brauchten deren Erben bei dem generationslangen Streit doch noch einige Zeit bis zum Jahre 1608, um mit diesem Urteil  fertig zu werden und zu einem Vergleich zu kommen. Jedoch gingen noch die Reichskammergerichtsprozesse weiter. Noch am 8 Februar 1610 wurden die Eigengehörigen von Hüffe befragt. Johann Glauert zu Hedem sagte neben weiteren Zeugen aus, dass vor der Erbteilung der Brüder von Schloen, im Jahre 1529 die in diesem Vertag Hüffe zugewiesenen Eigengehörigen zum Rittergut Hollwinkel gehört hätten. Damit war auch klar ausgesagt dass vor der Erbteilung von einem Rittergut Hüffe nicht die Rede sein konnte.
1616 starb Phillip von Corberg. Er hatte 21 Jahre seines Lebens mit dem Erbschaftsprozess verbracht und konnte kurz vor seinem Tod den Besitz von Hüffe für seine Familie sichern. Ab 1617 weist Hüffe nunmehr einen ruhigeren Verlauf auf.
Moritz Wilhelm Cornberg ließ Hüffe um 1643 neu erbauen.
1656 wurde das Ende einer 100 Jahre währenden Auseinandersetzung zwischen den Gütern Hollwinkel und Hüffe sowie dem Fürstentum Minden und der Grafschaft Ravensberg eingeleitet.
Sowohl die Grafschaft Ravensberg und das Bistum Minden gehörten nunmehr zum Kurfürstentum Brandenburg und hatten somit den gleichen Landesherren. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss Hüffe von Moritz Wilhelm Cornberg auf dem ehemaligen Ravensberger Gebiet neu aufgebaut.
1663 starb Moritz Wilhelm von Cornberg auf seinem Erbsitz Hüffe und sein Sohn Johann Wilhelm Cornberg  trat sein Erbe an.
Johann Wilhelm Cornberg starb 1672 und sein Sohn Moritz Alexander Wilhelm Cornberg erbte Hüffe. Nach dem Tod seiner Frau ging er 1692 eine zweite Ehe mit Agnes Catharina von Schloen, genannt Gehle, ein. Nach dem Tod von Moritz Alexander von Cornberg im Jahre 1725 kam Hüffe an die verwandte Familie des Amtsmann Tilemann und von dort  im Jahre 1737 an Ludwig Konrad von Schloen, genannt Gehle, zu Hollwinkel, der damit den Traum seiner Vorfahren erfüllte. Nach dessen Tod im Jahre 1758 wurde Adolf Friedrich Ditfurth von 1766 bis 1773 Besitzer, bis 1773 Friedrich Christian Arnold Freiherr von Jungkenn Hüffe kaufte.
Er ließ 1774 - 1782 ein neues
Herrenhaus auf einer Gräfteninsel herrichten. Vermutlich nach Entwürfen des Kasseler Oberbaudirektors Simon Louis du Ry. 
Der Park wurde durch den in Kassel tätigen Hofgärtner Pierre Bourgignon ab 1775 angelegt.

Der als "Grenzstein" zwischen dem  Bistum Minden und der Grafschaft  Ravensberg  überlieferte eingemauerte  Stein in der heutigen Gutsküche von  Schloss Hüffe im  Jahre 2001. Der Stein  dürfte nach 1773  aus dem abgerissenen Herrenhaus der Familie von Cornberg in  den Neubau traditionell übernommen  worden sein. Auch die Beschreibung  von 1727 spricht davon, dass die Grenze quer über das Gut geht.

       

Von Jungkenn bezieht 1789 sein Schloss Hüffe, als er als Generalleutnant und Kammerherr mit einer jährlichen Pension von 1000 Reichstalern aus den hessischen Diensten entlassen wurde.

Schloss Hüffe in einer farbigen  Zeichnung von Stüver etwa 1830 bis1840 

Die Familie Jungkenn  haben es der Freifrau Elvira von Vittinghoff - Schell, geb. Reichsfrein von Twickel übergeben. Sie war von 1931 - 1947 Besitzerin, bevor das Deutsche Rote Kreuz, Landesverband Westfalen - Lippe das Schloss ankaufte und als Altersheim (anfangs auch eine bleibe für Vertrieben) bis 1977 führte.
1948 kehrten die Kriegsgefangene zurück und fanden ein heruntergewirtschaftetes und zerstörtes Land vor. Im Schoss Hüffe hatte das Rote Kreuz eine Erholungsstätte für ehemalige Kriegsgefangene eingerichtet, die halb verhungert, verlaust und mit erfrorenen Gliedmaßen aus Russland heimgekehrt waren. Auf Hüffe gab es trotz Rationalisierung ausreichende Mahlzeiten, eine warme Stube und ein sauber bezogenes Bett, wie einer der Heimkehrer nach seinem Aufenthalt im Kreis Lübbecke berichtete, Auch für etwas Unterhaltung war gesorgt. Ein Bus brachte Heimkehrer nach Lübbecke zu einer Kino- oder Theatervorstellung auf Kosten des Roten Kreuzes. 
Dr. Hartwig Krukemeyer kaufte 1977 das Schloss und restaurierte es. Später folgten die Wirtschaftsgebäude sowie das Parkgelände mit den umliegenden Ländereien. Dr. Krukemeier investierte mehrere Millionen Mark in das Schloss, in dem er auch Empfänge gab. Er eröffnete 1970am Stadtrand von Osnabrück eine Klinik, die unter einem Dach stationäre und ambulante Versorgung zusammenschloss. Damit legte er den Grundstein für eines der größten privaten Krankenhausunternehmen, die Paracelsus Gruppe. 65 weitere Krankenhäuser, Kur- und Reha - Kliniken folgten. 1990 erhielt Dr. Krukemeyer das Große Bundesverdienstkreuz. Im Mai 1994 stirbt er mit 69 Jahren. Seitdem lebt seine Witwe auf dem Schloss.
Eine lange Sichtachse im Park gestattet heute den Blick bis hin zum Wiehengebirge.

          

  Schloss Hüffe heute

  

 

Spiegelsaal: Im Gegensatz zur zurückhaltenden äußeren Gestaltung zeichnet sich das Innere durch reichhaltige Stuckaturen aus. Insbesondere der Spiegelsaal im Mittelbau ist hervorzuheben.

 

 

 

 

 

  

    

Die Hüffer Mühlen       

Die erste Erwähnung einer einer Hüffer Mühle erfolgt im Mindener Lehnsregister (1330 - 1370), wo Johann von Lübbecke mit Hollwinkel und "de Huffer Molen" sowie weiteren Gütern belehnt wurde. Es handelte sich um eine Wassermühle. Angetrieben wurde diese Wassermühle vom Oldendorfer Mühlenbach, auch alte Bache genannt oder von dem Großen Diek. Bis in das 15. Jahrhundert blieb die Mühle  im Besitz derer von Lübbecke, denn 1408 wurde Statius von Lübbecke, der Sohn Johanns, mit Hollwinkel  und der Hüffer Mühle belehnt. Gleichzeitig war er Besitzer eines Burgmannshofes in Lübbecke.
Bei der langverkommenen Mühle  wird es sich um die Wassermühle gehandelt haben, deren Erinnerung noch 1783 lebendig war. Im Jahre 1705 wurde westlich vom Gut eine Bockwindmühle angelegt.
Im Jahre 1868 wurde die Bockwindmühle abgetragen und durch den Müller Piel in Oppenwehe wieder aufgebaut.

Die Hüffer Bockwindmühle nach einer Zeichnung von Helmut Richter an ihrem neuen Standort in Oppenwehe.