Geschichte der St. Andreas Kirche Alswede              12.02.18

Die St. Andreas Kirche von Alswede war eine Eigenkirche der Grafen von Tecklenburg. Die Grafen werden vielleicht im 12. Jahrhundert die Kirche in Alswede, zunächst als Kapelle gegründet haben. Ein später größerer Kirchenbau soll nach der Überlieferung von den Steinen der zerstörten Mesenburg auf dem Mesenkopf erbaut worden sein. Dies lenkt den Blick auf die starke grundherrschaftliche Präsenz der Grafen von Tecklenburg im Westen des Bistums Minden und insbesondere im Kirchenspiel Alswede. Dieser große Güterbesitz im Kirchspiel Alswede und in der weiteren Umgebung hatte die Grafen von Tecklenburg wohl dazu veranlasst, zur Sicherung dieses Besitzes um 1213 oberhalb von Lübbecke eine Burg auf dem Mesenkopf zu bauen, die Mesenburg genannt wurde. Der Mindener Bischof Konrad von Ründenberg konnte dies natürlich nicht dulden und in einer gemeinsamen militärischen Aktion mit dem Bistum Osnabrück wurde die tecklenburgerische Burg auf dem Mesenkopf zerstört. Einen regulären Krieg zur Zerstörung der tecklenburgerischen Machtpositionen hat es wohl nicht gegeben, da Tecklenburg später weiterhin im unangefochtenen Besitz seiner Grundherrschaften erscheint. Einige Zeit nach 1213 im Jahre 1221 erbaute der Mindener Bischof gemeinsam mit dem Bistum Osnabrück auf dem Reineberg eine bischöfliche Burg, aus der sich später das Amt Reineberg entwickelt hat. Von hier aus sollte der Territorialansprüche der Bischöfe von Minden durchgesetzt werden.

1240 wurde in der Ortschaft Leeden ein Zisterzienserinnenkloster, das erste Kloster der Grafschaft Tecklenburg angelegt. Fast die Hälfte der Leedener Bauernhöfe war dem Kloster und späteren freiweltlichen Damenstift (seit 1538 so genannt) bis zu dessen Auflösung im Jahre 1822 eigengehörig. Die erste urkundliche Erwähnung Leedens erfolgte 1058. Am 5. August 1240 schenkten Graf Otto I. von Tecklenburg (1209-1263) und seine Frau Mechthild die im Bistum Minden gelegene Kirche zu Alswede an das kurz vorher von ihm gegründete Kloster Leeden. Dem Kloster übertrug er dabei auch das Besetzungsrecht für den Pfarrer der Alsweder Kirche. Wohl der großen Entfernung des Klosters Leeden zur Alsweder Kirche vertauschte Graf Otto III. von Tecklenburg (1280-1307) 55 Jahre später im Jahre 1295 das Patronsrecht über die Kirche in Alswede gegen einen Hof in Lotte, der dem Kloster Leeden geschenkt wurde.

 heutige Kirche in Leeden
 

Mit keinem Wort wird in beiden Urkunden der Rechte des Bischofs von Minden gedacht, in dessen Diözese die Alsweder Kirche lag. Auch wenn die Alsweder Kirche nach den Wormser Konkordat eine Patronatskirche der Grafen von Tecklenburg war, hatte doch der Bischoff von Minden das Bestätigungsrecht für einen von den Grafen vorgeschlagenen Pfarrer. Die Ignorierung dieses Rechts des Bischofs von Minden unterstreicht die Machtstellung der Grafen von Tecklenburg im 12. und 13. Jahrhundert im Kirchspiel Alswede.
In der Kirche finden sich an der 1573 gestifteten Kanzel und am Gewölbe die Wappen der Adelsfamilien von Gehlen (Hollwinkel) und von Mönk oder Münch (Benkhausen) wieder, die das Patronsrecht über die Kirche innehatten. Ein Mausoleum der Familie von dem Bussche-Münch ist an der Nordseite des Turms zu sehen. Seit 1724 übte der preußische König das Besetzungsrecht für die neuen Prediger aus.  
In Alswede wurde 1819 ein Pfarrhaus bezogen.