10.02.18

Das malerische gelegen Schloss Hollwinkel ist im 13. Jahrhundert errichtetes Schloss in der Ortschaft Hedem der Stadt Preußisch Oldendorf im Kreis Minden - Lübbecke.
Nach verschiedenen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Grafen von Wohldenberg wurden die Holles aus dem Hildesheimischen vertrieben und siedelten sich im Bistum Minden an. Die Familie Holle war ein uraltes Rittergeschlecht. Der Bruder vom Bischof Otto I. von Minden Allerand von Holle erbaute 1248 das Schloss Hollwinkel zum Schutz der Alsweder Kirche und soll es in der damals noch einsamen Gegend eigentlich als Jagdschloss genutzt haben. Urkundlich ist der Besitz seitens der Holles noch nicht festgestellt, da die holleschen Familienpapiere um 1530 völlig verbrannt sind.

Hollwinkel war schon bald, übrigens wie viele andere wehrhafte Anlagen in Minden, eingebunden in den Machtbereich des Fürstenbistums Minden, das den jeweils auf den Burgen residierenden Familien die Besitzung "zu lehen" überließ. Damit war die Aufgabe verbunden, die Sicherheit der Bischöfe und der Kirche zu gewährleisten, ihre Interessen vehement zu vertreten und bei entsprechenden Umständen auch mit Gewalt zu verteidigen. Auflagen die wegen der vielen, von den Mindener "Gottesmännern" geführten Fehden mit an ihren Einflussbereich angrenzenden Nachbarn keineswegs immer leicht zu erfüllen waren.
     
Im Jahre 1350 wurde der Ritter Johan von Lübbecke mit dem "Hollwinkel" belehnt. Das Geschlecht von Lübbecke welches der Stadt Lübbecke seinen Namen entlehnt hatte, kommt schon früh im Stift Minden vor. Johann von Lübbecke sollte nämlich von der Burg Hollwinkel aus den Westen des Bistums Minden gegen die Grafschaft Ravensberg und das Fürstentum Osnabrück sichern, nachdem das Bistum Minden spätestens 1325 die Burg Limberg an die Grafschaft Ravensberg verloren hatte. 

Etwa seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts befindet es  sich im Eigentum der Familie von Schloen genannt Gehle. Hollwinkel wurde 1459 als westlicher Vorposten des Bistums Minden in einer Fehde mit Osnabrück belagert und beschossen; Steinkugeln aus dieser Fehde wurden 1871 in der Gräfte gefunden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hollwinkel von den Schweden belagert.
Die Abhängigkeitsverhältnisse der Lehnsmänner vom Fürstentum Minden und deren Besitzverhältnisse wurden mit der Zuordnung der Provinz Westfalen zu Preußen neu geregelt. Schlösser und Rittergüter, soweit sie dem Fürstentum Minden gehörten, wurden preußischer Besitz und standen fortan unter preußischer Verwaltung immer dann, wenn die dort residierenden Familien keinen männlichen Nachfolger hatten.
Ein begrüßenswerter Umstand, der durch den jetzt möglich gewordenen Ankauf der Herrenhäuser durch vermögende Privatpersonen völlig neue Eigentumsverhältnisse zuließ. Auch für Hollwinkel sollten sich die Besitzerverhältnisse bald ändern. Der Grund: die dort ansässige Familie von Gehlen hatte keinen männlichen Nachfolger mehr.
So bot Friedrich der Große  - finanziell durch Kriege arg gebeutelt - gelegentlich einer Zusammenkunft mit seinen engsten Beratern dem anwesenden, aus Brakeln stammenden Minister, Graf von der Asseburg, das "Mindener Anwesen", wie er es nannte, für 50.000 Taler an. Ab dem 23.04.1758 gehörte nun Hollwinkel der Familie Asseburg.
Am 28.10.1776 kaufte Julius August Freiherr von der Horst Hollwinkel für 70.000 Taler auf.

Nachdem das Gut von 1791 bis 1830 unbewohnt war, ist es seit dem Verkauf des ehemaligen Sitzes Schloss Haldem bis heute Hauptwohnsitz  der Familie von der Horst.

Gebäude und Park

Das Gebäude wurde 1504 grundlegend umgebaut. In den nächsten Jahrhunderten wurde die Anlage mehrmals umgebaut. Die 4 - Flügelanlage zeigt von daher Elemente verschiedener Architekturepochen. Die letzten größeren Umbauten erfolgten in den Jahren 1870 bis 1873. Der Wehrturm wurde immer wieder den Bedürfnissen der Zeit angepasst.  Von den ehemals 3 Gräften ist noch der Teich mit den Inseln erhalten. Der Innenhof zeigt unterschiedliche Fachwerkbauweisen der Weserrenaissance.    
Der Mittellandkanal verläuft 100 m nördlich der alten Parkgrenze. Durch den Bau des Kanals wurde das Erbbegräbnis vom Park abgetrennt. Die Gewässerstruktur der als Wasserschloss konzipierten Anlage wurde zwischen den Jahren 1965 - 1970 verändert. Die Große Aue wurde verlegt und fließt heute westlich des Schlosses. Man erreicht das Schloss über eine 200 m lange Kastanienallee. Am Eingangstor befinden sich die Löwenfiguren  Jan & Paul. Wirtschaftsgebäude und Viehställe sind im 19. Jahrhundert von der Ellerburg in Fiestel nach Hollwinkel umgesetzt worden. Das Schloss selbst wird heute von 20 Parteien als Wohnung und Büro genutzt, der Südflügel mit den Sälen dient als Museum, die Landwirtschaft wird vom heutigen Besitzer dem Freiherr Berthold von der Horst betrieben.

Sommerfest 2013

Ein voller Erfolg war das Sommerfest auf Schloss Hollwinkel am 08.06 - 09.06.2013. Zahlreiche Besucher strömten bei sommerlichen Temperaturen zu dem idyllisch gelegenen Wasserschloss in Hedem, per Auto, per Fahrrad oder auch zu Fuß. Zu gucken gab es genug, die Stimmung war ausgelassen und harmonisch.