Storchennester in Hedem                                10.02.2018

Mit großer Freude verfolgten die Einwohner des Dorfes Hedem 1962, wie sich in der Zeit nach Ostern 2 Störche auf dem Haus Hüffmeyer/Lusmöller, Nr. 16, ansässig machten und mit dem Nestbau begannen. Die Bewohner des Hauses wollten Adebar behilflich sein und brachten eine hölzerne Unterlage auf den Hausgiebel an. Doch die stolzen Vögel verschmähte das Angebot und bauten auf der entgegengesetzten Giebelseite. Nach dem Nestbau bekamen die Störche am 31.05.1962 drei Jungstörche, die am 21.06.1962 beringt wurden. Die Störche  suchten ihre Nahrung vorwiegend in den Hedemer Bruchwiesen nördlich des Mittellandkanals.
1963 starb der eine Partner des Horstpaares noch während der Brutphase. Die Untersuchung ergab einen Leberschaden und Verätzungen im Bereich der Luftröhre. Obgleich noch im selben Sommer der Horst wieder von einem Paar besetzt wurde, blieb der Brutplatz seither verwaist.
Das Fachwerkhaus Hüffmeyer/Lusmöller, Hedem Nr. 16 ist 1967 abgebrannt. 

 

 

 

 

 

 

 

Erst im Mai 1976 fand sich erneut ein Horstpaar ein, dass nunmehr auf einem Kamin des Gutes Hollwinkel zu bauen begann. Es gab diesen Platz jedoch Mitte Juni auf und bezog - in etwa 1 km Entfernung - die Nestunterlage auf einer gekappten Traueresche in Lashorst. 1977 fand sich ein Weißstorchpaar abermals auf dem Kamin des Gutes ein. Es verließ das Gelege Anfang Juni vermutlich wegen erheblicher Störungen durch tieffliegende Militärflugzeuge.
1978 glückte die Brut endlich; 3 Junge wuchsen auf. Bis 1982 war der Horst nun zwar alljährlich besetzt, doch kam es zu keiner Brut mehr. Als dann Anfang Juli 1982 einer der Horstpartner im Nahrungsraum verendet aufgefunden worden war (Todesursache und Verbleib des toten Vogels konnten nie aufgeklärt werden) blieb Hedem als Brutplatz verwaist.
Im Sommer 2011 brütet wieder ein Storchenpaar in Hedem. Die neue Nisthilfe auf einem Pfahl am Kanal ist belegt und so ist Hedem wieder unter den Storchendörfern.